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Über die Gemeinde

Ansichtskarten von TroistedtTroistedt wurde erstmals im Jahre 1250 in einer Urkunde des Grafen Dietrich von Berka für Kloster Oberweimar (STA Weimar) genannt. Die damalige Schriftform des Namens der Gemeinde war Dratsted. Es heißt 1422 Drostet, 1790Troystedt und mundartlich Dros d. Der Ortsname bedeutet "Siedlung des Draht" (= germ Personenname). Im Mittelalter befand sich hier grundherrlicher Besitz des Adelsgeschlechtes von T. (Drahtstete) sowie der Grafen von Weimar - Orlamünde und von Berka, die Herren von Mellingen und Eichenberg, des Klosters Forte bei Naumburg sowie zahlreicher Geistlicher.

Niederlassungen in Erfurt wie des Severin-Stifts, des Schottenklosters, des Zisterzienserinnenkloster Mariengart, des Augustinerklosters und des Großen Hospitals. Der größte Grundherr aber wurde das Kloster Oberweimar, das hier zielbewußt Land aufkaufte oder als Geschenk entgegennahm:

1253 3 Hufen, 1267 2 Hufen, 1271 3 Hufen, 1272 2 Hufen, seit 1290 auch den Troistedter Forst (393 ha), ein Vorwerk mit 8 Hufen besaß und dem auch die Waldungen südlich und westlich von Troistedt gehörten.

Schließlich gab es 1680 insgesamt 13 Anspänner und 7 Handfröner. Die klösterlichen Besitzungen wurden während der Reformation in die landesherrliche Grundherrschaft eingefügt. Der bestimmende Wirtschaftszweig war die Landwirtschaft. Dabei herrschte mittelbäuerliche Besitzstuktur vor, wenn auch Großbauernhöfe nicht fehlten. Die Besitzgrößen waren schon im 16. Jahrhundert stark differenziert. Im 16. Jahrhundert wurde hier Waid angebaut und ein Großbauer mit 3 Hufen Landes trat als Waidhändler hervor. Die Grundstücksumlegung in der bisher sehr zersplitterten Flur erfolgte 1880 auf 447 ha, wobei die Zahl der Parzellen von 2409 auf 349 verringert wurde. Das Handwerk war 1858 und 1880 mit je 3 und 1930 mit 6 Betrieben vertreten. Im Ort befand sich vom 18. Jahrhundert an eine Gastwirtschaft.

Der Pfarrer wird erstmals 1271 erwähnt. Das Patronat der Kirche gehörte bis zur Reformation dem Kloster Oberweimar. Eine Schule ist seit 1579 nachweisbar. Sie hatte noch 1945 nur einen Lehrer.

Das älteste Gemeindesiegel bildete eine Linde, dann folgte eine Linde mit gekreuzten Ähren, danach ein Rehbockkopf und seit 1990 die Linde.

Mit Schreiben vom 05.06.96 wurde der Gemeinde der Wappenentwurf und der Flaggenentwurf durch das Thüringer Landesverwaltungsamtes genehmigt. Das Wappen zeigt in grün eine goldene bewurzelte Linde, deren Stamm mit einem roten Schild und darin ein silberner Hirschkopf, belegt ist.

Die Flagge ist gelb mit grünen Flanken (1:2:1) und trägt das Gemeindewappen.

Noch 1996 soll das Gemeindesiegel neu gestaltet werden.

Steinzeitliche Funde wurden am Südhang des Grunstedter Berges, nördlich und etwa 1,2 km südlich von Troistedt gemacht, so daß die jungsteinzeitliche Besiedlung der Flur nachgewiesen ist. Im Gottesholz ca. 1 km westlich vom Ort, wurde ein Hügelgräberfeld mit über 30 Hügelgräbern aus der jüngeren Bronzezeit ausgegraben. Brandbestattungen und Gefäße wurden geborgen.

Im östlichen offenen Tal stehen jüngere Lehme an, während sonst ausschließlich die Plattenkalke des Oberen Muschelkalks auftreten. Sie sind stellenweise mehr oder weniger stark mit Löß bedeckt. An diesen Stellen finden wir Löß-Schlämmschwarzerde im Wechsel mit tonigen Muschelkalksubstraten vor. Wo die Lößbedeckung fehlt, herrscht ein Kalkton-Renzina mit zeitweiliger Staunässe vor.

Am 12. April 1945 fuhr der Bürgermeister von Troistedt, Herr R. Weyde mit zwei weißen Handtüchern am Fahrrad nach Weimar, zur Windmühlenstraße 33. Vor dem Haus von Oberbürgermeister Dr. Otto Koch stellte er sein Fahrrad ab. Er kam im Auftrag des amerikanischen Oberst Costello, um das Ultimatum zur Übergabe Weimars zu überbringen. Er ist bereits 5.00 Uhr morgens losgefahren und sollte bis 8.30 Uhr zurück sein. Sollte er diese Zeit nicht schaffen, so werde Weimar bombardiert. Mit knapper Not konnte das Ultimatum eingehalten werden.

In Abwesenheit aller übrigen Entscheidungsträger übergab am 12. April 1945 Oberbürgermeister Otto Koch in Troistedt (Poststelle im Haus Nr. 10) die Stadt Weimar an den amerikanischen Offizier Oberst Costello.

Im nördlich von der Gemeinde Troistedt aus gesehenen Steinbruch, wurden Steinfunde gemacht, welche höchstwahrscheinlich einzigartig in Deutschland sind. Eine Nachbildung einer Steinwand des Bruches sowie Fundstücke sind im Museum für Naturkunde in Erfurt ausgestellt.

Der Troistedter Forst bildet den größten zusammenhängenden Waldbestand des ehemaligen Kreisgebietes (1994). Vor allem an den Rändern des Waldes und in den Lichtungen treten zahlreiche Orchideen auf. Die Gesamtsgemarkungsgröße beträgt 997 ha.

Zur Zeit zählt die Gemeinde 217 Einwohner.

Kontakt

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